Tag der Pflege. 40 Jahre Lebensqualität.

12.05.2026

Doris Saal ist eine kleine, lebensfrohe Frau. Die 64-jährige Lebenshilfe-Bewohnerin isst gerne Him-beerkuchen, kennt Gott und die Welt und kann kräftig schimpfen, wenn es sein muss. Doris ist seit 40 Jahren Dialysepatientin im Klinikum Heidenheim.

Auf 3,5 Jahre reine Lebenszeit kommt man, wenn man die gesamte Dialysezeit von Doris während dieses Zeitraums zusammenrechnet. 6.240 Dialyse-Sitzungen à fünf Stunden. Diese Zeit mag vielen als verlorene Zeit und als ein Verlust von Lebensqualität vorkommen, nicht jedoch einem Dialysepatienten, der auf diese lebenserhaltende Maßnahme angewiesen ist.

Doris kam bereits im Alter von 24 Jahren an die Dialyse. An ihre allererste Dialyse-Behandlung kann sie sich noch erinnern: „Die war nicht so besonders toll!“ Vieles hat sich seitdem verändert: die Technik, die Kontaktpersonen, die Räumlichkeiten. Das Prozedere der Dialysebehandlung jedoch ist weitestgehend gleich geblieben: Der Gefäßzugang (im Fachjargon „Shunt“ genannt) wird mit zwei Nadeln punktiert, das Blut läuft über die gesamte Dauer der Behandlung durch einen Schlauch in die Maschine hinein, wird dort gereinigt und fließt über einen zweiten Schlauch wieder zurück in den Körper des Patienten.

„Doris kenne ich bereits seit 37 Jahren“, sagt Claus Appt, der Stationsleiter der Dialyse. „Sie ist ein Mensch, der sich gut mit der Dialysebehandlung arrangiert hat. Eine so lange Dialysezeit ist aber eher die Ausnahme.“

Trotz aller Maßnahmen, die aus medizinischer und pflegerischer Sicht die Behandlung erleichtern: Die Dialyse bleibt ein künstlicher Weg, das Leben mithilfe einer Maschine zu verlängern. Sie hat massive Auswirkungen auf Körper und Psyche der betroffenen Menschen. Zudem ist Dialyse eine verhältnismäßig teure Behandlung. Erstrebenswert ist daher häufig eine Nierentransplantation. Auch Doris ist bereits transplantiert gewesen – sogar zwei Mal. Da ihr Körper das Transplantat jedoch beide Male nicht angenommen hat, führte ihr Weg sie zurück zur Dialyse. 

„Im Großen und Ganzen gab es während der 40 Jahre, die Doris bei uns in Behandlung ist, nur selten Probleme. Sie hält sich auch sehr diszipliniert an die Vorgaben, was Flüssigkeits- oder Nahrungsaufnahme betrifft. Doris hat ihr Leben an die Dialyse angepasst und das hat sich für sie gelohnt“, so Dr. Sonja Heißler, Oberärztin und Nephrologin. 

Doris fühlt sich wohl an „ihrem“ Dialyseplatz und mit „ihrem“ Dialyseteam. „Die Pflegekräfte schauen immer nach mir, sie lassen mich nie sitzen!“, sagt sie. Da ihr Shunt keine Probleme macht, steht ihrer weiteren Behandlung nichts im Weg. Zur Feier des Tages gönnt sie sich ein extra Stück Himbeerkuchen – vielleicht mit einem Tässchen Kaffee dazu, in Gesellschaft ihrer Betreuerin.

Dialysepatientin Doris mit Stationsleiter Claus Appt
Dialysepatientin Doris mit Stationsleiter Claus Appt
 
 

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