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Die Klinikkapelle

Klinikkapelle



Zur Kapelle

Die Klinikkapelle ist einer der ruhigsten Räume im ganzen Klinikum. Sie ist Tag und Nacht geöffnet. Der Raum lädt Patienten/innen und Mitarbeiter/innen zur Ruhe und Besinnung ein. Der evang. und kath. Kirche dient sie als Gottesdienstraum. Immer wieder sind dort Menschen zum Gebet oder zur inneren Sammlung anzutreffen.
Die Kapelle wurde 1993 von der Architektin Frau Gajsak grundlegend renoviert. Im Mittelpunkt stand die Aufgabe, einem fensterlosen Raum mit niedriger Decke den Eindruck von Weite zu vermitteln. Dies wurde vor allem mit der Gestaltung des „Himmels“ über dem Altarbereich, einer Ausleuchtung mit vielen kleinen Strahlern und einer hellen Farbgebung, erreicht. Durch die teilweise Herausnahme der linken Wand konnte eine Öffnung zum Lichthof hin erreicht und damit zugleich ein glasbemaltes Fenster der Künstlerin Lore Unger eingebaut werden. Die Wände der Klinikkapelle wurden mit einer aufgelockerten Holzverschalung versehen und vermitteln ein Gefühl von Geborgenheit. Zur Besinnung und Wegbegleitung lädt auch der Bilderzyklus von Andreas Felger ein.

 

 

Die Bilder von Andreas Felger - "Emmaus-Zyklus"
(von Thomas Völklein)

Die vier Bilder „Emmaus – ein Weg“ von Andreas Felger, des 1935 in Belsen - am Fuß der Schwäbischen Alb - geborenen Künstlers, stellen von rechts nach links (!) betrachtet den Weg aus der Nacht des Todes Jesu in das Leben mit dem Auferstanden dar. Kranke und mit dem Tod Ringende sind eingeladen, auf ihrem Weg der Trauer, in ihrer Wut und Niedergeschlagenheit, in ihren Sehnsüchten nach Leben und Zukunft, dem Auferstandenen zu begegnen.



auf dem Weg nach Emmaus Auf dem Weg nach Emmaus
Im ersten Bild wird durch das Dunkel des Grabes die Trauer der beiden Jünger ausgedrückt, die sich von Jerusalem in ihren nahegelegenen Heimatort Emmaus aufmachen. Jesus, der sich als unerkannter Wanderer zu ihnen gesellt und an ihrer Trauer Anteil nimmt, wird leuchtend hell dargestellt: Er ist da und wirkt bereits tröstend, auch wenn der Mensch dies (noch) nicht wahrnimmt.


Herr bleibe bei uns „Herr, bleibe bei uns“
Das zweite Bild: Die Beiden bitten Jesus am Abend des Tages und am Ziel ihrer Reise bei ihnen zum Nachtmahl zu bleiben. Der Raum, in den er eingeladen wird, ist erhellt: Jesus will gerne zuhause sein, wo Menschen ihn bitten.


er brach das Brot mit ihnen Er brach das Brot mit ihnen
Das dritte Bild direkt hinter dem Altar, im Zentrum der Kapelle: Jesus Christus teilt mit den Jüngern das Brot. Er erinnert die Beiden, dass er sich selbst am Kreuz uns geschenkt hat, als Gabe zum Leben. Erinnern ist: Wenn wir das Brot brechen und miteinander vom Kelch trinken, ist der Herr mitten unter uns. Er bringt zurecht, heilt und befreit.

... und sie erzählten den anderen ... und sie erzählten den anderen
Das vierte Bild links vor dem Ausgang: Die Beiden kehren verändert in der Begegnung mit dem Auferstandenen sofort nach Jerusalem zurück. Obwohl Jesus während dem Mahl plötzlich „verschwindet“ und nicht mehr zu sehen ist, gehen sie in der Gewissheit seiner Nähe zu den anderen Jüngern: Menschen, deren Herzen brennen, stecken andere mit ihrer Hoffnung an.


 

Das Glasfenster von Lore Unger 



Das Glasfenster von Lore Unger



Die zentrale Aussage des Fensters ist das Licht in der Mitte - in Anlehnung an den Beginn des Johannes-Evangeliums: "Und das Licht kam in die Finsternis." (Joh 1,5). Licht ist Hoffnung.

Im unteren Teil dominieren Blau und Braun, Wasser und Erde. Darüber liegt das Licht als ewiges Versprechen, als Vermächtnis Gottes.

Der Apostel Paulus spricht vom Samenkorn, das erst verwesen muss und noch nichts weiß von seiner zukünftigen Form. So stehen die Linien für Wachsendes, Verwandeltes. Durch das Licht wächst die Pflanze zur Verwandlung. Oft verwandelt Krankheit uns. Die vielen kleinen farbigen Formen stehen für vielfältige neue Möglichkeiten, in die wir hinein wachsen können.

So will das Fenster trösten und Zuversicht schenken, dass wir aus der Schwere der Erde mit Hilfe der natürlichen und übernatürlichen Kräfte (Wasser und Licht) hin finden zur Verwandlung.

 

Lore Unger