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Unfall & Wiederherstellungschirurgie

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Künstliche Hüftgelenke

Die Implantation eines künstlichen Hüftgelenkes wird meist dann erforderlich, wenn bei einer fortgeschrittenen Arthrose erhebliche Schmerzen und oft eine deutlich eingeschränkte Gehstrecke bestehen. Neben den seit Jahrzehnten verwendeten modularen Schaftendoprothesen in zementierter, zementfreier oder kombinierter Technik, steht inzwischen mit der Kurzschaftprothese ein  knochenschonendes Verfahren zur Verfügung. Vor allem jüngere Patienten, die unter Arthrose, Sportverletzungen oder angeborenen Fehlstellungen leiden, profitieren von der Implantation einer Kurzschaftprothese. Hierbei kann im Vergleich zu den Standardprothesen deutlich mehr Knochen erhalten werden. Voraussetzung für dieses Verfahren ist u.a. eine gute Knochenqualität sowie keine größere Fehlstellung im Schenkelhalsbereich.

Die Operationstechnik sollte die Weichteile, besonders die Muskulatur und deren Ansätze am Knochen, schonen. Neben dem seitlichen Zugang wird in unserer Klinik nach Möglichkeit eine minimalinvasive Technik über ein kleines Weichteilfenster durchgeführt (anterolateraler Zugang - ALMIS). Die Anwendung der minimalinvasiven Technik führt in der Regel zu einer schnelleren Rehabilitation und besseren muskulären Funktion unmittelbar postoperativ.

Vor dem Eingriff ist es entscheidend, eine auf die Bedürfnisse des Patienten angepasste Individuallösung zu finden. Diese hängt unter anderem vom Alter, der Knochensituation und eventuellen Begleiterkrankungen ab. In Einzelfällen muss während der Operation von dem geplanten Verfahren abgewichen werden. Nach der Operation darf das Bein in der Regel normal belastet werden.

In unserer Klinik werden im Jahr etwa 300 Operationen am Hüftgelenk durchgeführt. Hierunter fallen auch die, in der Zahl wachsenden, Eingriffe nach Frakturen im Bereich des Schenkelhalses.

Bei Lockerungen eines Prothesensystems muß dieses gewechselt werden. Wird die Lockerung früh genug erkannt, kommen Prothesen ähnlich der Erstimplantation zur Anwendung. Länger bestehende Lockerungen mit größeren Knochendefekten erfordern Spezialprothesen und in der Regel eine Knochentransplantation. In unserer Klinik werden im Jahr etwa 30-40 Hüftprothesenwechsel durchgeführt.



Coxarthrose

Fortgeschrittene Coxarthrose (Pfeil) mit aufgehobenem Gelenkspalt


CLS postop Beispiel für eine zementfreie Hüfttotalendoprothese