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Psychoonkologie

 

Psychoonkologie am Klinikum Heidenheim

 

 

Eine Krebserkrankung ist durch zahlreiche körperliche und seelische Belastungen gekennzeichnet. Sie verändert das Leben des Betroffenen durch Beschwerden und kann die Funktionsfähigkeit in Beruf und Alltag erheblich einschränken.

 

Bereits ein Krebsverdacht führt bei den Betroffenen je nach Dauer der Diagnostikphase zu seelischen Anspannungen, Belastungen und Verunsicherung. Die Diagnose selbst erleben die meisten Patienten als schweren Schock verbunden mit Gefühlen existentieller Lebensbedrohung, Ohnmacht, Kontrollverlust und Irreversibilität. Zugleich bricht eine Fülle von Informationen auf den Betroffenen ein, die es zu ordnen und zu verarbeiten gilt. Sehr rasch müssen auch Entscheidungen für die notwendigen Therapiemaßnahmen getroffen werden.

 

Auch die Behandlungen gehen häufig mit vielfältigen Belastungen und Problemlagen einher, verbunden mit einer vorübergehenden oder bleibenden körperlichen Leistungseinschränkung und einer oft deutlich beeinträchtigten Lebensqualität.

 

Durch die vielfältigen Probleme, die Lebensbedrohlichkeit der Erkrankung und die existenzielle Verunsicherung kann es im gesamten Verlauf der Erkrankung und Behandlung zu Störungen der seelischen Befindlichkeit kommen, die je nach Schweregrad den Charakter einer behandlungsbedürftigen psychiatrischen Erkrankung annehmen können. Meist handelt es sich um Angststörungen und Depressionen.

 

Ferner kann sich die Erkrankung auch negativ auf die Partnerschaft und Familie auswirken, beispielsweise im Bereich der Kommunikation, durch Rollenveränderungen und in der Sexualität.

 

Eine Krebserkrankung wird häufig mit Unheilbarkeit, Tod und Sterben und starkem Leiden assoziiert und kann daher bei den Betroffenen zu sozialem Rückzug und einer Isolierung führen. Verstärkt ist dies bei Tumorarten der Fall, welche durch die Sichtbarkeit der körperlichen Veränderungen Ängste vor Stigmatisierung auslösen.

 

Im beruflichen Bereich stehen neben den erlebten Leistungseinschränkungen vor allem der drohende oder bereits erfolgte Ausstieg aus dem Arbeitsleben durch Frühberentung, erlebte Rückstufungen oder einen Wechsel der Tätigkeit und finanzielle im Vordergrund.

 

In allen Phasen der Erkrankung werden von den Betroffenen, aber auch von ihren Familien, hohe Anforderungen im Bereich der Verarbeitung, der Bewältigung und Anpassung gestellt.

 

Die Erforschung der Krankheitsbearbeitung hat gezeigt, dass eine möglichst frühzeitige psychosoziale Beratung  mit Informationen über Hilfsangebote, die Verhinderung von maladaptiven Verhaltens- und Denkweisen, durch Unterstützung bei Kommunikationsproblemen mit dem Behandlungsteam oder dem sozialen Umfeld eine positive Auswirkung auf die seelische Stabilität und auf die Krankheitsbewältigung hat. Akute Krisen mit Ängsten, Verzweiflung, Ohnmacht, aber auch Wut und Trauer können „aufgefangen“ und dadurch gemindert werden. Auch können psychiatrische Erkrankungen verhindert oder rechtzeitig erkannt und mitbehandelt werden.

 

Im Rahmen eines ganzheitlichen Gesundheits- und Behandlungsverständnisses gibt es am Klinikum Heidenheim seit April 2008 einen Konsil- und Liaisondienst für Psychoonkologie.

Patienten, die sich in stationärer Diagnostik und Behandlung am Klinikum befinden, können sich bei Bedarf an das betreuende medizinische Personal (Ärzte, Pflege) ihrer Station wenden.

Ein Beratungsgespräch erfolgt in der Regel am folgenden Tag und unter Rücksichtnahme auf die Befindlichkeit und andere für die Behandlung wichtige Termine. Auch Angehörige können psychoonkologische Beratung in Form von Einzelgesprächen, Paar- oder Familiengesprächen wahrnehmen.

 

Die Inhalte eines Beratungsgesprächs sind individuell unterschiedlich:

Manche Betroffenen möchten aus Angst vor einer weiteren seelischen Destabilisierung nicht über ihre Gefühle und die Erkrankung reden und

wünschen lediglich Informationen über typische Krisenmomente im weiteren Verlauf der Krebserkrankung und die Hilfsangebote, wenn Krisen eintreten sollten.

Andere wünschen „ein offenes Ohr“ oder ganz konkrete Anleitung mit Tipps und Strategien im Umgang mit Ängsten und Anspannung, mit Kommunikationsproblemen im sozialen Umfeld oder in der Familie, mit Chemo- und Strahlentherapie.

Wieder andere machen sich Sorgen und benötigen Unterstützung für ihre (Ehe)Partner oder minderjährigen Kinder.

 

Weitere psychoonkologische Aufgabenbereiche sind, neben der Beratung der Behandlungsteams in psychoonkologischen Fragestellungen,  die Begleitung  von Betroffenen nach einem Rezidiv, in einer so genannten palliativen Situation (also wenn die Krebserkrankung nicht vollständig geheilt werden kann) oder die Sterbebegleitung.

 

Das „Disstressthermometer“ – was ist das?

Auf einigen Stationen am Klinikum Heidenheim wird mit dem Ziel einer besseren Patientenversorgung und zur Ermittlung des tatsächlichen psychoonkologischen Hilfsbedarfs ein so genanntes „Disstressthermometer“ als Fragebogen ausgeteilt. Der Fragebogen ist kurz gehalten und leicht auszufüllen. Ab einem Wert von 5 stellt sich Frau Ohlmeier, die Psychoonkologin, bei dem betroffenen Patienten vor. Ist dann ein Beratungs- oder Krisengespräch erwünscht, kann dieses sofort oder nach Terminabsprache zeitnah erfolgen.

Wir bitten alle unsere Patienten herzlich diesen Fragebogen auszufüllen, auch wenn sie ein psychoonkologisches Beratungsgespräch nicht in Anspruch nehmen möchten. Sie helfen uns und zukünftigen Betroffenen damit sehr.

 

Ambulante psychoonkologische Beratung

Auch vor oder nach dem Krankenhausaufenthalt kann es im Rahmen der Krankheitsverarbeitung oder aufgrund von Einschränkungen und Folgen durch die Chemo- und/oder Strahlentherapie zu seelischen Krisensituationen kommen. Nach telefonischer Terminvereinbarung kann einen psychoonkologischen Beratungstermin meist innerhalb einer Woche an unserer Klinik erfolgen. Wir bemühen uns darum bei der Terminvereinbarung eventuelle Zeitplanungsprobleme, die durch berufliche, familiäre oder therapiebedingte Verpflichtungen entstehen, soweit es möglich ist zu berücksichtigen.

 

Bei bereits eingetretenen seelischen Erkrankungen steht die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik mit einem breiten und individuell gestalteten Behandlungsangebot mit ambulanter psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung über unsere psychiatrische Institutsambulanz (PIA), der psychiatrische Tagesklinik, der psychiatrischen Akutstationen und einer Einheit für stationäre Psychotherapie zur Verfügung.

 

Kontakt:

 

Ulrike Ohlmeier

Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie

Oberärztin Bereich Psychoonkologie

Schlosshaustrasse 100

89522 Heidenheim

E-Mail: ulrike.ohlmeier@kliniken-heidenheim.de

 

Julia Andraé

Dipl.-Psychologin

Schlosshaustr.100

89522 Heidenheim

E-Mail: Julia.andrae@kliniken-heidenheim.de

 

 

Telefonische Terminvereinbarungen (nur für ambulante Patienten oder deren Angehörige) sind über die Sekretariate der psychiatrischen Klinik möglich:

                        

07321 – 332452

                                             

07321 – 332659

 

Patienten, welche sich in stationärer Behandlung im Klinikum befinden und deren Angehörige, dürfen sich bei Bedarf an die Ärzte oder die Pflege der entsprechenden Stationen wenden.