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Gespräch in der Psychiatrischen Institutsambulanz

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Psychiatrische Institutsambulanz - PIA

Für wen ist eine Behandlung in unserer Ambulanz sinnvoll?

Eine Indikation zur Behandlung in der Institutsambulanz ist vor allem gegeben bei Patienten, die aufgrund langer und/oder häufiger stationäre Behandlungen einen intensiven Bezug zum Krankenhaus aufgebaut haben und nur unter Gefahr der Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes weiter verwiesen werden können.

 

Bei den Patienten, bei denen eine interdisziplinäre medizinische und psychosoziale Diagnostik und Behandlung notwendig ist (z. B. gerontopsychiatrische Patienten) kann durch die Institutsambulanz diese Leistung erbracht werden, die bisher nur stationär möglich war. Es kann dabei ein interdisziplinärer Behandlungsplan entwickelt werden, um so die weiteren ambulanten Maßnahmen durch Vertragsärzte und psychosoziale Dienste bzw. auch Pflegedienste sinnvoll aufeinander abzustimmen.

 

Eine Behandlung in unserer Institustambulanz ist auch sinnvoll für Patienten die durch ihre langdauernde seelische Behinderung und durch eine reduzierte Krankheitseinsicht nicht mehr die soziale Kompetenz haben, mit einem ambulanten Psychiater verlässlich zu kooperieren und Behandlungsmaßnahmen umzusetzen (gestörte Compliance). Psychotische Patienten, aber auch schwerkranke Sucht- und Alterspatienten sind aus Krankheitsgründen häufig nicht in der Lage, ihre Störung als behandlungsbedürftige schwere Krankheit zu sehen und danach zu handeln. Diese Patienten tendieren auch zu selbst- oder fremdgefährdenden Handlungen und können durch aufsuchende Behandlungsangebote überhaupt erst ambulant behandelt werden. Dazu gehören auch die Patienten, die durch Komorbidität in der Kooperation gestört sind (z. B. Komorbidität Psychose-Sucht oder Psychose-Minderbegabung oder Sucht-Persönlichkeitsstörung etc.). Durch eine Institutsambulanz kann bei diesen Patienten eine Behandlung erreicht und eine stationäre (Zwangs-)Unterbringung vermieden werden.

 

In der PIA behandeln wir vorwiegend Pateinten mit folgenden Störungsbildern: 

  • Patienten mit einer Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis,
  • Patienten mit schweren Verläufen einer Suchterkrankung,
  • psychisch Alterskranke mit schweren Begleitkrankheiten,
  • Patienten mit schweren Persönlichkeitsstörungen oder Angst- und Zwangsstörungen,
  • Patienten mit therapieresistenten affektiven Störungen,
  • Patienten mit psychiatrischen Mehrfachdiagnosen (z. B. Psychose und Suchterkrankung),
  • Patienten in akuten Krisenzuständen.

 

Unabhängig von den oben genannten psychiatrischen Diagnosen sollten Art, Schwere und Dauer folgendermaßen bestimmt sein:

·         chronischer Verlauf,

·         Versagen von Pharmakotherapie und Psychotherapie,

·         Krankheitsbedingt ausgeprägte Störung der Sozialisation,

·         selbst- und fremdgefährdendes Verhalten,

·         fehlende Compliance,

·         fehlendes Krankheitsgefühl,

·         häufige Krankheitsrezidive in der Vorgeschichte,

·         überdurchschnittlich häufige und/oder lange stationäre psychiatrische Krankenhausbehandlung in der Vorgeschichte,

·         therapierefraktärer, schwerer Krankheitsverlauf, d. h. andere ambulante Behandlungsmöglichkeiten sind ausgeschöpft,

·         wiederholte Behandlungsabbrüche im ambulanten oder stationären Bereich (sogenannte „Entlassungen gegen ärztlichen Rat“),

·         ein therapeutisches Potential ist noch nachzuweisen,

·         eine langfristige und kontinuierliche medizinische Behandlung ist erforderlich, es besteht jedoch eine geringe medikamentöse oder allgemeintherapeutische Compliance,

·         erheblich gestörtes Hilfesuchverhalten,

·         Unvermögen aktiv ein therapeutisches Bündnis herzustellen,

·         Angewiesensein auf ein komplexes, niederschwelliges Angebot,

·         Angewiesensein auf die haltgebende Funktion und das besondere Vertrauensverhältnis zur Klinik,

·         kein stabiler Bezug zu einem niedergelassenen Vertragsarzt,

·         keine Anbindung an einen niedergelassenen Nervenarzt,

·         Nachbehandlung im komplementären Bereich mit dem Erfordernis der aufsuchenden Behandlung,

·         Notwendig der mehrdimensionalen Therapie mit ärztlich geleiteten multiprofessionellen Angebot,

·         mangelnde Impulskontrolle.

 

Welche Behandlungsbausteine werden in der PIA integrativ angeboten und individuell eingesetzt?

¨       Psychiatrische Grundversorgung,

¨       Diagnostische Maßnahmen (einschließlich körperliche und medizinisch-technische Untersuchungen, Beratungen und Aufklärungen),

¨       Psychopharmakotherapie,

¨       Psychotherapie (multimodaler Behandlungsansatz mit verhaltenstherapeutisch-kognitiven und tiefenpsychologischen Elementen),

¨       Soziotherapeutische Verfahren:

-          Ergotherapie,

-          Aktivierende und handlungsorientierte Verfahren, kognitives Training, Interaktionstraining, alltagspraktische Übungen,

-          Bewegungstherapie (Krankengymnastik, Entspannungstherapie, körperorientierte Verfahren),

-          Rehabilitationsvorbereitung,

-          Angehörigenarbeit

¨       Aufsuchende ambulanten Hilfe (Hausbesuche),

¨       Krisenintervention und Notfallversorgung,

¨       (psychiatrische Fach-) pflegerische Maßnahmen.

 

Eine Behandlung in unserer Ambulanz ist nicht möglich wenn:

¨       Soweit Kranke Soziotherapie gemäß § 37 a SGB V bereits erhalten, können Leistungen einer PIA nur dann erbracht werden, wenn das Leistungsangebot über die Inhalte der ambulanten Soziotherapie hinausgehen.

¨       bereits eine Richtlinienpsychotherapie durchgeführt wird.

¨       bereits eine anderweitige psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung durchgeführt wird.