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Neurologie

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Neurologie

Das Gehirn ist eines der zentralen Organe des Menschen, insofern ist die Neurologie ein medizinisches Fach mit interdisziplinären Verknüpfungen zu allen anderen Abteilungen des Klinikums.

In der neurologischen Klinik werden Patienten mit Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems untersucht und behandelt. Die Erkrankungen können angeboren oder erworben sein. Typische neurologische Erkrankungen sind Epilepsie, Parkinsonsyndrom oder Muskel- und Nervenerkrankungen. Bei den genannten Erkrankungen handelt es sich häufig um länger dauernde Behandlungen, die in Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Kollegen fortgeführt werden. Die Patienten werden umfassend untersucht und eine Therapie eingeleitet. Der Klinik stehen modernste Messgeräte zu Verfügung (s. Diagnostik).

Im Laufe der letzten Jahre hat sich die Neurologie zu einem akutmedizinischen Fach weiter entwickelt. Vielfach muss innerhalb kurzer Zeit die Diagnose gestellt und die notfallmäßige Behandlung eingeleitet werden. Beispielhaft zu nennen sind Schlaganfälle, plötzlich auftretende Lähmungen oder akute Entzündungen des Nervensystems. In Notfallambulanzen werden 305 bis 505 der Patienten einem Neurologen mit vorgestellt. Insofern hat die Neurologische Klinik in Heidenheim auch ihre eigene Überwachungsstation.

 

Zertifikat

 

Behandlungsspektrum:

  • Schlaganfälle auf der speziellen Stroke Unit
  • Parkinsonerkrankung und andere Bewegungsstörungen
  • Multiple Sklerose
  • Epilepsie-Diagnostik und Therapie, u.a. mit Langzeit-EEG
  • Nerven- und Muskelerkrankungen
  • Entzündungen des Nervensystems (Gehirnhautentzündung (Meningitis), Gehirnentzündung (Enzephalitis) oder Borreliose nach einem Zeckenbiss)
  • Demenzerkrankungen
  • Neuro-Onkologie
  • Schmerzerkrankungen, wie z.B. Kopfschmerzen oder Bandscheibenvorfälle

 

Einer der Schwerpunkte der Klinik für Neurologie ist die Behandlung von Patienten mit einem Schlaganfall, zirka 600 Patienten werden jährlich auf der Stroke Unit, einer Schlaganfall-Spezialstation, versorgt. Sehr viele der Patienten kommen als Notfall. Die Patienten werden interdisziplinär untersucht, um die Ursache der Schlaganfälle zu finden und um im Weiteren Folgeschäden zu vermeiden. Es werden modernste Behandlungsverfahren eingesetzt, um die Schäden seitens der Durchblutungsstörungen möglichst gering zu halten, so auch die systemische Lysetherapie, die Blutgerinnsel auflösen kann, die Adern im Gehirn verstopfen. In intensiver Zusammenarbeit mit Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden wird die stationäre frühe Rehabilitation eingeleitet, um diese dann entweder ambulant oder in einer Rehabilitationsklinik fortzuführen. Von diesem integrierten Behandlungskonzept profitieren sehr viele Patienten.

Es erfolgt die erste Diagnostik bei Verdacht auf Multiple Sklerose und eine intensive Beratung der Patienten über die weiteren ambulanten Behandlungsmöglichkeiten. In Zusammenarbeit mit den umliegenden Facharztpraxen werden die Patienten weiter betreut. Patienten können immer als Notfall zur Stoßbehandlung aufgenommen werden.

Infektionserkrankungen des Nervensystems werden behandelt, zum Beispiel kommen Patienten nach einem Zeckenbiss mit der Frage nach einer Borreliose, oder auch Patienten mit einer Meningitis.

Für Patienten mit einem Parkinsonsyndrom wurde ein individuelles intensiviertes stationäres Behandlungsprogramm aufgebaut. Patienten müssen vom Facharzt für Neurologie eingewiesen werden. Durchgeführt wird die Ersteinstellung nach Diagnose eines Parkinsonsyndroms oder eine Neueinstellung der Behandlung wegen einer Verschlechterung der Symptome.

Viele Patienten leiden unter Erkrankungen der Nerven, zum Beispiel haben vielfach Patienten mit einem Diabetes mellitus eine Polyneuropathie als Komplikation dieser chronischen Erkrankung. Es erfolgen die klärenden Untersuchungen mit der Einleitung der Behandlung. Weitere Erkrankungen aus diesem Teilgebiet der Neurologie sind Muskelerkrankungen, wie die Myasthenie und Entzündungen der Muskeln. In enger Zusammenarbeit mit dem ALS Register Schwaben, ausgehend von der Neurologischen Universitätsklinik Ulm, werden Patienten mit so genannten Motorneuronerkrankungen untersucht und betreut.

Zunehmend, in Zusammenarbeit mit der Klinik für Psychiatrie, werden Patienten mit einer Demenz untersucht. Gemeinsam werden Konzepte zur Behandlung und Weiterversorgung der Patienten erarbeitet.

Die Klinik für Neurologie ist in den Onkologischen Schwerpunkt integriert und assoziiert mit dem Tumorzentrum in Ulm bezüglich der Behandlung von Hirntumoren. Hier haben sich in den letzten Jahren die Behandlungsergebnisse deutlich verbessert. In Heidenheim erhalten die Patienten ihre Strahlenbehandlung und Chemotherapie, in enger Kooperation mit der Klinik für Onkologie.

Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt ist die Behandlung von Schmerzpatienten, in enger Zusammenarbeit mit den betreffenden Disziplinen des Klinikums. Typisch für die Neurologie sind natürlich Kopfschmerzen, als Beispiel ist die Migräne zu erwähnen. Aber auch Patienten mit Rückenerkrankungen, bedingt durch Bandscheibenvorfälle, Verschleißerscheinungen der Wirbelsäule oder Entzündungen werden behandelt. Aufnahmegrund für diese Patienten ist häufig eine Immobilität aufgrund der Schmerzen, entweder akut oder auch chronisch. Zusammen mit den Kollegen werden die Patienten untersucht und interdisziplinär mit einer multimodalen Therapie behandelt. Regelmäßig finden interdisziplinäre Schmerzkonferenzen statt, in denen besonders komplizierte Fälle vorgestellt werden.

Aufgrund des chronischen Charakters vieler neurologischer Erkrankungen und der damit verbundenen besonderen Lebensführung der Patienten bestehen intensive Kontakte zu verschiedenen Selbsthilfegruppen, die fachlich unterstützt werden, zum Beispiel durch medizinische Vorträge. Als Auswahl sind zu erwähnen die Selbsthilfegruppen für Schlaganfallpatienten, Restless-Legs-Syndrom, Post-Polio-Syndrom und Multiple Sklerose.

Wichtig für die oft schwer und lange erkrankten Patienten ist eine persönliche und entspannte Atmosphäre, um sich dennoch bei den anstrengenden medizinischen Untersuchungen und Behandlungen wohl zu fühlen.

  

Ambulanzen und Sprechstunden

 

Privat Ambulanz:
Montag bis Freitag  10.00 bis 12.00 Uhr, nach Vereinbarung

 

Ambulanzsprechstunde (Prästationär mit Einweisungsschein):
Montag bis Freitag 9.00 bis 12.00 Uhr, nach Vereinbarung.


Neuroonkologische Ambulanz (Prästationär mit Einweisungsschein):
Montag, Mittwoch und Freitag 9.00 bis 12.00 Uhr, nach Vereinbarung.

 

BG-Sprechstunde (BG-Überweisungsschein):
Montag, Mittwoch und Freitag 9.00 bis 12.00 Uhr, nach Vereinbarung.

 

Botox-Sprechstunde Chefarzt Dr. Huber-Hartmann:
Dienstag und Mittwoch 10.00 bis 12.00 Uhr und nach Vereinbarung Überweisungsschein von Fachärzten für Neurologie, Fachärzten für Neurologie und Psychiatrie, Fachärzten für Neurochirurgie, Neuropädiatrie und Nervenärzten

                          

Diagnostik

Im neurophysiologischen Labor können mit modernen, sehr speziellen Messtechniken die Funktion von Gehirn, Rückenmark, peripheren Nerven und Muskeln überprüft werden.

Die gängigsten Verfahren werden im Folgenden kurz vorgestellt.

 

EEG

Das Elektroenzephalogramm (EEG) registriert über Elektroden auf der Kopfhaut und an den Ohrläppchen die elektrische Oberflächenaktivität des Gehirns. So lassen sich „Herde“, generalisierte Veränderungen oder epileptische Aktivität erkennen.

Gegebenfalls kann eine Provokation mit Hyperventilation (vertiefter Atmung), Fotostimulation (Flickerlicht) oder Schlafentzug erfolgen. Eine EEG-Ableitung mit Video-Überwachung oder über 24 Stunden ist möglich.

 

Neurographie

Nach Reizung mit einem geringen Stromimpuls können über Ableitelektroden u.a. die Nervenleitgeschwindigkeiten gemessen werden (ENG = Elektroneurographie, NLG =  Nervenleitgeschwindigkeit). Diese Messungen sind z.B. sinnvoll zur Diagnostik eines Karpaltunnelsyndroms mit Einklemmung des Handnervs oder bei Polyneuropathieverdacht, z.B. bei Missempfindungen in den Füßen bei Zuckerkrankheit.

 

EMG

Bei der Elektromyographie (EMG) wird mit einer dünnen Nadel im Muskel die Aktivität des Muskels abgeleitet.  Sie ermöglicht Einblicke in die Funktion einzelner Muskeln und zuführender Nerven.

 

Evozierte Potentiale

Mit den evozierten Potentialen können die Funktion von Nervenbahnen in den Extremitäten, den Hör- und Gleichgewichtsnerven oder den Sehnerven überprüft werden. Hierzu gehören die somatosensorisch oder sensibel evozierten Potentiale (SEP), die akustisch evozierten Potentiale (AEP) und die visuell evozierten Potentiale (VEP).

 

Magnetstimulation/motorisch evozierte Potentiale (MEP)

Durch einen magnetischen Impuls werden die entsprechenden Regionen im Gehirn stimuliert, was eine Aktivität der Gesichts-, Hand- oder Fußmuskeln bewirkt.

 

Autonome Testung

Störungen des autonomen Nervensystems können mit Hilfe der Herzfrequenzvariationsanalyse (in Ruhe und unter vertiefter Atmung) und der sympathischen Hautantwort, bei der die Veränderung des Hautwiderstandes gemessen wird, nachgewiesen werden.

 

Neuro-Sonologie

Mit Hilfe der Doppler- und Duplexsonographie wird die Durchblutung des Gehirns am Hals und im Kopf selber gemessen. Die Dopplersonographie stellt den Blutfluss akustisch dar, während mit der Duplexsonographie auch die Gefäßwände beurteilt werden können. So kann Arteriosklerose sichtbar gemacht werden.

 

 

Links:

Fachgesellschaften:

Deutsche Gesellschaft für Neurologie (www.dgn.org)

Deutsche Schlaganfall Gesellschaft (www.dsg-info.de)

Deutsche Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin (www.dgni.de)

Neuroonkologische Arbeitsgemeinschaft (www.neuroonkologie.de)

Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM)

American Academy of Neurology (www.aan.com)

Arbeitsgemeinschaft Schlaganfallstationen Baden-Württemberg (www.schlaganfallstationen-bw.de)

 

Selbsthilfegruppen:

Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, (www.schlaganfall-hilfe.de)

Deutsche Parkinson Vereinigung (www.parkinson-vereinigung.de)

Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (www.dmsg.de)

Restless Legs Vereinigung  (www.restless-legs.org)

Deutsche Hirntumorhilfe (www.hirntumorhilfe.de)

Bundesverband Polio (www.polio.sh)

Deutsche GBS Initiative e.V. (www.gbsinfo.de)

 

 

Weitere Adressen auf Anfrage